Rückblick Jahrestreffen 2013

Jahrestreffen 2013

Über hundert Leute waren bei unserem diesjährigen Treffen im Haus der Begegnung in Asch, davon neun betroffene Familie, die zum 1.Mal dabei waren!

 

Es war ein großartiger Tag!

 

Nach Wochen lang anhaltenden Regens mit Hochwassergefahr in den verschiedensten Regionen hatten wir auch Glück mit dem Wetter:

Am Tag unseres Treffens lachte die Sonne am Himmel, so dass die Kinderbetreuung überwiegend im Garten stattfinden konnte. Diesmal hatten wir auch an ein Planschbecken gedacht, das vor allem die Kleinsten unter uns mit großer Begeisterung annahmen.

Mit einem kleinen Akkordeon-Orchester (Isabella und ihre Schwester Ulrike) wurde der Startschuss für den Tag gegeben und nach einer kurzen Begrüßung inklusive ein paar organisatorischen Infos (ohne die geht`s leider nicht ;-)) und der Vorstellung unserer Kinderbetreuung, sowie anderen wichtigen Helfern und Gästen ging es mit einer altbekannten und bewährten Gemeinschaftsaktion los: diesmal versammelte Isabella mit Hilfe einer kleinen Geschichte alle Anwesenden für ein gemeinsames Gruppenfoto.

 

Im Anschluss gab es den ersten Gesprächskreis. Bewusst hatten wir heuer keine Referenten geladen, so dass der große Redebedarf unter den Mitgliedern hoffentlich gestillt werden konnte. Eigentlich war es vormittags „nur“ eine kurze Vorstellungsrunde. Sehr schnell ergab aber ein Wort das andere und so wurde jeder los, was er auf dem Herzen hatte. Vom Ärger mit den Krankenkassen über die ersten Gefühle nach der Geburt bis hin zu praktischen Tipps und Beispielen, wie ältere Betroffene mit ihrem Handicap umgehen, war alles dabei….

Traudl (selbst betroffen): „Ich wollte mich früher immer vor der Arbeit drücken und habe versucht, meine jüngere Schwester vorzuschieben, weil ich das ja nicht kann… Meine Mutter war aber streng, und hat mich alles selbst machen lassen. Heute bin ich ihr dankbar dafür!“

Winfried (Ehemann von Traudl): „Der einzige Ärger mit dem Handicap ist der Ärger mit den Behörden!“

Harald (selbst betroffen): „Heute habe ich nicht mehr das Gefühl, mich ständig beweisen zu müssen…!“

Immer wieder kristallisiert sich heraus, wie wesentlich es ist, dass wir unseren Kindern Selbstbewusstsein mitgeben, sie stärken und ihnen und uns beibringen, sich abzugrenzen!

Man muss sich auch nicht ständig rechtfertigen und erklären! Es ist, wie es ist. Für den Umgang mit den sogenannten „Glotzern“ gibt es kein Patentrezept – da muss jeder selbst einen Weg finden, gut zu reagieren. Oft ist es auch von der Tagesform abhängig, wie einen die Reaktionen der Anderen treffen. Hier ist der Austausch untereinander auch sehr gut, man bekommt Ideen und Anregungen für mögliche schlagfertige Antworten wie z.B. („Ich suche mir selber aus, von wem ich mich beleidigen lasse. Und DU gehörst nicht dazu!!!“, so Roland, selbst betroffen auf dem Jahrestreffen 2011)

 

Beim Ärger mit den Krankenkassen kann oft auch unser Orthopädietechniker Wolfgang Gröpel von der Firma NovaVis mit seinen Erfahrungen weiterhelfen und Tipps geben.

Er war in diesem Jahr wieder Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Prothese. Bewährt hat es sich, eine Terminliste auszulegen, in die man sich eintragen kann. So konnten extrem lange Warteschlangen und Wartezeiten vermieden werden (wenn auch nicht völlig…) Wofgang Gröpel war den Tag über komplett ausgebucht und hat sich für alle Anwesenden viel Zeit genommen. Vielen Dank.

 

Grandios, lustig, witzig und spritzig war die Theateraufführung von „Fritz und Freunde“.

 

Nach dem Mittagessen ging es pünktlich um 14 Uhr weiter und für den zweiten Gesprächskreis,

der parallel zum „Froschkönig“ lief, blieben nicht Viele übrig, denn alle hatten großen Spaß am Theaterstück! An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Isabella, die sich komplett alleine um diese Organisation bemüht hat, sowie an die Rotarier Landsberg und die Sparkasse Landsberg- Dießen, die durch ihre großzügigen Spenden die Aufführung überhaupt erst möglich gemacht haben!

 

 Rotary Club LL     Sparkasse Landsberg

 

Wenn auch in sehr kleinem Rahmen, so war der zweite Gesprächskreis am Nachmittag durchaus effektiv. Gezielt konnten wir hier über ganz individuelle Themen reden und Anregungen geben, gut auf den Einzelnen eingehen…

Thema Schwimmen: Hier kam der Tipp für einen Vater, bei dessen Sohn kein Ellbogen vorhanden ist, so dass Schwimmflügel nicht halten, er solle doch einen Schwimmring besorgen. Dies ist sowieso die bessere Lösung (auch für Zweihänder-Kinder!), da die Arme frei beweglich sind und die Kinder eine bessere Lage im Wasser haben!

Thema Handschuhe: Als Handschuh-Ersatz für „Ärmchen“, „Herzhände“ oder was die Dysmelien sonst noch alles für Namen haben, eignet sich z.B. auch gut eine Handysocke. Nimmt man Fingerhandschuhe, kann man diese durch Jacken mit Stulpen (Daumen durchziehen) fixieren!

 

Für Isabella hatte das Thema „Mein Kind kann eigentlich alles“ bei den Vorbereitungen fürs Treffen noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekommen: während wir grundsätzlich erst mal von den Betroffenen ausgehen, war es Isabellas Tochter Merle, die durch das Handicap ihrer Mutter plötzlich lernte, selbst eine perfekte Ballettfrisur zu zaubern….

 

Den ganzen Tag über wurden wir von kompetenter Kinderbetreuung begleitet, die allerdings gar nicht so viel zu tun hatte, weil meist ein Elternteil selbst auf die Kinder acht gegeben hat…

 

Bei gemeinsamem Kaffee & Kuchen ging der Tag wie gewohnt mit vielen Eindrücken, guten Gesprächen, intensiven Gefühlen und herzlichen neuen Kontakten zu Ende!

 

Noch einmal die Erinnerung für alle, die es noch nicht erledigt haben:

Es wäre uns eine große Hilfe, wenn alle Mitglieder zukünftig den Jahresbeitrag in Höhe von 7,50 € auf unser Hand-in-Hand-Konto bei der Stadtsparkasse München per Dauerauftrag überweisen. (Kto.nr: 78 079 282; BLZ: 701 500 00)

 

Die Organisation rund um die Selbsthilfegruppe kostet neben Engagement und Zeit auch Geld, das wir selbst vorstrecken. Daher bitten wir, dass wirklich alle Mitglieder den Jahresbeitrag bezahlen, unabhängig davon, ob sie an einem Jahrestreffen teilnehmen!

 

Wer zukünftig kein Interesse mehr an Informationen unserer SHG hat und aus dem Adresskatalog gelöscht werden möchte, der gebe mir bitte kurz Bescheid; diejenigen müssen selbstverständlich auch keinen Jahresbeitrag entrichten!

 

Das war das Wichtigste in Kürze.

 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik könnt Ihr Euch jederzeit gerne an uns wenden!

 

Übrigens gibt es uns jetzt auch auf Facebook: https://www.facebook.com/handinhand.selbsthilfe

 

 

Und aus gegebenem Anlass nun noch eine wichtige Information in eigener Sache:

 

Es besteht immer wieder Interesse, die Kontaktdaten für Werbezwecke (Dienstleistungen, Seminare, Weiterbildungen etc….) zu nutzen. Dies widerspricht unserem Anliegen, einen geschützten Raum zum Austausch zwischen unseren Mitgliedern zu bieten. Wir bitten, dies zu respektieren und eine Verwendung der Kontakte für Werbung o.ä. zu unterlassen!


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